Der mittelalterliche Codex


Codex bedeutet auf lat. Caudex "Baumstamm, Holztafel".
Codices bestehen aus durch ineinander gelegte Doppelblätter gebildete Lagen, deren Umfang unterschiedlich sein kann. Die häufigsten Arten sind der Quaternio aus vier Doppelblättern (16 Seiten) und der Sexternio aus sechs Doppelblättern (24 Seiten).

Die gehefteten Lagen wurden mit einem Einband versehen, meist lederbezogenen Holzdeckeln, die gegen Ende des Mittelalters durch pergamentbezogene Pappdeckel verdrängt wurden.

Prachthandschriften haben oft reich verzierte Einbände aus Elfenbein und Goldschmiedearbeiten, und Beschlägen.

Die Verwendung von Papier ab dem 14. Jahrhundert führte zu einer größeren Gleichmäßigkeit der Formate gegenüber den natürlich bedingten Unregelmäßigkeiten bei der Pergamentgewinnung.

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Aus der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek: H 02

Ms. Phill. 1832:
92 Bll in folio, Pergament.

An der Wende vom 9. zum 10. Jahrhundert in Metz/Lothringen in karolingischer Minuskel geschriebener Band. Enthält: Beda Venerabilis: "De temporibus" und "De natura rerum", beides ca. 703 in Angelsachsen verfaßt. Beda galt als beherrschender Kirchenlehrer des frühen Mittelalters. Anschließend folgt die "Aratea" des Germanicus Caesar, ein astronomischer Text mit über 40 qualitätsvollen Federzeichnungen in blauvioletter Tinte von Sternbildern in Gestalt von tierischen und menschlichen Figuren. Marktwert der Handschrift: 300.000.- EURO.

Schadensbild und Restaurierungsmaßnahmen: Vorderdeckel lose. Zu eng gebundener Pergamentband aus dem 18. Jahrhundert, der aufgelöst und neu gebunden werden muß. Kleinere Texte am Schluß der Handschrift müssen durch Pergamentbehandlung gesichert werden.

Restaurierungskosten: 4600. - EURO



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