Recycling II: Makulatur


Pergamenthandschriften mit überholten Inhalten wurden nicht nur palimpsestiert, sondern auch makuliert: das bedeutet, sie wurden als Material für Buchbindearbeiten zerschnitten.
Größere Stücke wurden dabei als Bezug für den Einbanddeckel verwendet, schmalere Streifen als Verstärkungen und Bindematerialien am B uchrücken und zwischenden Buchseiten. Wenn alte Handschriften neu gebunden und restauriert werden, können so manchmal Fragmente wichtiger Texte wiedergefunden werden.

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Aus der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek: I 06

Cicero:
Epistolae ad Brutum, ad Quintum fratrem, ad Atticum. -
Venedig: Nicolaus Jenson, 1470.

Druck in lateinischer Sprache, wertvolle frühe Ausgabe.
Angedruckt Petrarcas Epistola ad Ciceronem und Cornelius Nepos' Vita Attici.
Schöner, vermutlich englischer Adelseinband aus dem 18. Jahrhundert.

Schadensanalyse: Einband beschädigt, Verbindung von Buchblock und Deckel lose, Kapitale defekt, Schimmelschäden in den letzten Lagen.

Nicolaus Jensonin dessen Werkstatt das vorgestellte Buch entstand, war anfangs Maler. Er arbeitete bei der könglich-französische Münze Monaire de France in Paris, möglicherweise als Graveur, später war er Münzmeister der Stadt Tours. Er kam im Herbst 1458 mit einem Dekret des französischen Königs Karl VII. nach Mainz um bei Johannes Gutenberg zu lernen und so dessen Erfindungen auch für Frankreich nutzbar zu machen.
Ab 1468, dem Todesjahr Johannes Gutenbergs, war Jenson in Venedig und arbeitete zuerst für die Gebrüder Johannes und Wendelin von Speyer die er aus seiner Mainzer Zeit kannte. Dort entstand 1470 als erste eine Antiqua-Schrift, die für den Druck Ciceros Epistolae ad Brutum verwendet wurde. Neben einer Druckerei betrieb er ab 1475 eine Buchhandelsgesellschaft. Als Nikolaus Jenson 1480 in Venedig starb war er ein wohlhabender, angesehener Mann und einer der bedeutenden Drucker-Verleger Venedigs.Ans dieser Zeit, zwischen 1450 und 1500 entstanden viele neue Schriften, unter anderem auch die bis heute verwendete Jenson von Nicolaus Jenson und die Form der arabischen Ziffern, die wir heute noch verwenden.

Restaurierungskosten: 2500.- EURO



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