Ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr   
Inkunabel


auch Wiegendruck genannt, vom lateinischen Wort für Wiege, weil hier der Buchdruck noch "in der Wiege" lag.
Als Inkunabeln gelten nur die Schriften, die in der Zeit zwischen der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Gutenberg und dem Jahre 1500 gedruckt sind. Nach 1500 wird die Bezeichnung Frühdruck verwendet.
Die Mehrzahl der bekannten Inkunabeln entstanden in Deutschland, Italien und Frankreich.
Von den rund 40.000 bekannten Schriften sind ca. 10.000 Flugblätter und Einblattdrucke. Insgesamt sind über eine halbe Million Kopien erhaltenen. Die durchschnittliche Auflagenhöhe war etwa 200 Exemplaren pro Schrift.

Seit Mitte des 15. Jahrhunderts gibt das Kolophon am Ende des Druckes Auskunft über Autor, Ort und Zeit des Druckes sowie den Drucker. Titelblätter gibt es seit ca. 1465 und seit ca. 1480 werden die Lagen mit Signaturen aus der Lagebezeichnung und der Blattzählung gekennzeichnet.

Ebenfalls üblich waren Buchschmuck und Illustrationen. Ein Rubrikator hob per Hand Überschriften und Initialen farbig hervor und malte die Illustrationen aus. Seit 1470 nimmt auch die Illustration durch Holzschnitte zu.

Bedeutende Sammlungen von Inkunabeln (und Handschriften) sind aus materiellen Motiven und wegen der unzureichenden Mittel öffentlicher Bibliotheken zerschlagen worden, wie im jüngsten Fall der Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen.

Paten gesucht:

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Aus der Gründungsbibliothek der Staatsbibliothek: G 02

Herrmann, Nikolaus:
Die Historien von der Sindfludt: Joseph, Mose, Helia, Elisa und der Susanna. -
Leipzig: Berwaldt, 1563
Restaurierungskosten: 1150,- EURO

Von Nikolaus Herrmann (1480-1561) Komponist und Dichter von kirchlicher Musik und Liedern war Kantor in der Silberbergwerkstadt Joachimsthal im böhmischen Erzgebirge und zugleich Lehrer an der dortigen Lateinschule. Schon früh schloß er sich der reformatorischen Bewegung an. Für die Joachimsthaler Agende, die das Latein als gottesdienstliche Sprache beibehielt, dichtete er auch lateinische liturgische Gesänge zu den Evangelienperikopen.
Zu seinen 101 Liedern zu den Sonntagsevangelien in deutscher Sprache gehört auch das folgende Weihnachtslied:
   
Lobt Gott, ihr Christen alle gleich / in seinem höchsten Thron, /
der heut schleußt auf sein Himmelreich / und schenkt uns seinen Sohn.
Er kommt aus seines Vaters Schoß / und wird ein Kindlein klein, /
er liegt dort elend, nackt und bloß / in einem Krippelein.
Er äußert sich all seiner Gwalt / wird elend und gering /
und nimmt an sich eins Knechts Gestalt / der Schöpfer aller Ding.
Er wechselt mit uns wunderlich / Fleisch und Blut nimmt er an /
und gibt uns in seins Vaters Reich / die klare Gottheit dran.
Er wird ein Knecht und ich ein Herr / das mag ein Wechsel sein /
Wie könnt es doch sein freundlicher / das herze Jesulein?


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