Katelina van Borselen

Petrus Christus, Bildnis einer jungen Frau, nach 1460


Diese Dame war, wie sich zeigte, als sie sich herumdrehte, ein sehr hübsches und sehr schlechtgelauntes junges Mädchen.
"Das ist Katelina van Borselen" sagte Felix. "Sie ist neunzehn. Sie haben sie zum Heiraten nach Schottland geschickt. Sie ist wohl mit dem Bischof zurückgekommen. Vielleicht bin ich blind, aber ich sehe keinen Ehemann."

Dorothy Dunnett: Niccolòs Aufstieg, Kapitel 1, S. 21, Klett-Cotta, Stuttgart 2006

Katelina ist in dem Alter, in dem ihre Familie ihr einen standesgemäßen Ehemann sucht. Ehe war im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit eine sehr pragmatische Angelegenheit. Heirat hatte wenig mit Gefühl und Liebe zu tun. Familien verbanden sich über die Ehen ihrer Kinder miteinander, um Geschäftbeziehungen zu festigen, politische Bündnisse einzugehen, oder Besitz auszutauschen. Doch unsere Vorstellung, daß dabei die Gefühle der Eheleute gar keine Rolle spielten ist unzutreffend. So ließ Katelinas Vater die Wünsche seiner Tochter nicht außer acht, denn eine unglückliche Verbindung konnte sich kontraproduktiv auswirken.

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