Donatello (Donato di Niccolò di Betto Bardi)

Masaccio, St Petrus die Kranken durch seinen Schatten heilend, Detail aus dem Fresco in der Cappella Brancacci, Santa Maria del Carmine, Florenz, 1426-27


"Bleibt so", sagte der Bildhauer. Nicholas hielt inne und schaute auf.
"Der Preis für den Kopf", erkläre John le Grant. "Der Meister möchte euch zeichnen. Wir können uns dabei unterhalten. Darf er trinken?"
"Nein", sagte der Bildhauer. "Auf einem Knie, die Hand erhoben. Genau so. John, die Kreide. Ghiberti! Brunelleschi! Nein. Keine Bewegung und nicht einen Schluck aus dem Becher, bis ich fertig bin. Und zieht ihm das Hemd aus. Habe ich etwas Komisches gesagt?"

Dorothy Dunnett: Frühling des Widders, Kapitel 7, S. 114, Klett-Cotta, Stuttgart 2006

Ja, das Bild zeigt wirklich "il Maestro". Es soll der Mann mit den gefalteten Händen sein.
Donatello studierte in Rom die Überreste der Antike. In seinen eigenen Werken leitete er in der Renaissance einen neuen Stil auf der Grundlage eines eindringlichen Naturstudiums ein. Solch eine effektvolle Behandlung war seit der Antike nicht mehr dagewesen. Individuelle Persönlichkeit und der Schwung der Linien kennzeichnen seine Statuen. Ein kühner Techniker in der Skulptur, war er zugleich ein vorzüglicher Zeichner und Maler und beeinflußte ebenso die Malerei seiner Zeit.
Seine Begabung zeigte sich zuerst in den Marmorstatuen der Heiligen Petrus, Markus und Georg für San Michele (1411-16). Ungefähr gleichzeitig entstanden der Marmordavid im Museo nazionale und die Verkündigung in Santa Croce. Eine weitere Gruppe bilden seine Statuen für den Campanile des Giotto und für die Domfassade in Florenz.
Zusammen mit Michelozzo, der 1425 in seine Werkstatt eingetreten war, widmete sich Donatello dem Bronzeguß. Zwischen 1423 und 1427 entstanden Bronzearbeiten in Siena und Orvieto. Für Cosimo de' Medici schuf er mehrere seiner schönsten Bronzearbeiten, darunter den David im Museo nazionale, die erste völlig frei behandelte nackte Statue der Renaissance.
1444-1453 lebte er in Padua, wo er in der Kirche Sant' Antonio den Hochaltar mit Bronzereliefs aus dem Leben des Heiligen, den Symbolen der Evangelisten, der Grablegung und musizierenden Kindern schmückte. Vor der Kirche ist das majestätische Reiterbild des Erasmo di Narni von seiner Hand. Seit den Zeiten des Altertums war dies das erste derartige Werk in Italien.
Von 1456 lebte er abwechselnd in Florenz, wo er den plastischen Schmuck der Sakristei von San Lorenzo und in der Kirche selbst, die Bronzereliefs der beiden frei stehenden Kanzeln ausführte, und in Siena. Donatello starb 1466 in Florenz.

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