Simon of Kilmirren

Piero della Francesco und Giovanni da Piamonte, Frescozyklus in der Cappella Maggiore de San Francesco in Arezzo, c. 1455


Niemand nahm Julius beim Arm. Das Schicksal, das andere Pläne hatte, ließ ihn den Anfall von Eifersucht bezwingen und anerkennen, daß der hellhäutige junge Mann, der da in einem seidenen Wams, so kurz wie ein Hemdschoß, vor ihm auf dem Kai stand, beneidenswert gut aussah. Das Haar, das zwischen Ohr und Kappe hervorsah, strahlte wie Kirchengold. Das Gesicht spiegelte von der hohen Stirn bis hinunter zum Grübchen im Kinn eine Mischung aus Ungeduld und abgrundtiefer Geringschätzung.

Dorothy Dunnett: Niccolòs Aufstieg, Kapitel 1, S. 22, Klett-Cotta, Stuttgart 2006

Das Grübchen im Kinn hat mich dazu bewogen, dieses Bild zu wählen.
Simon of Kilmirren, der schöne und arrogante Schotte, gefeierter Turnierkämpfer und Frauenheld ist nach Brügge gekommen um auf den Flanderngaleeren Handel zu treiben.
Als Claes sich mit ihm anlegt, setzt er damit die Ereignisse in Gang, die sein Leben ganz und gar verändern werden. Zum Guten oder zum Schlechten, die Bücher werden uns verraten, wie diese gefährliche Fehde weitergeht.
Meiner Vorstellung von Simon in voller Turnierrüstung entspricht der Erzengel Michael auf Memlings Jüngstem Gericht.

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