Syrus de Astariis, genannt Astorre

Die Schlacht von Anghiari (Tavola Doria), Kopie nach dem Fresco Leonardo da Vincis im Palazzo Vechhio in Florenz, Detail, 1503-05


In Hauptmann Astorre erkannte Tobias, der ein Jahr lang Lionettos unschöne Gewohnheiten beobachet hatte, einen Mann von gleichem Ehrgeiz und wohl auch von gleicher Prinzipienlosigkeit, der aber rauhbeinig die Rechte seiner Männer achtete, um die Lionetto sich nie gekümmert hatte. Asrtorre wollte, vermutete Tobias, ehe er zu alt wurde, noch die großen Auszeichnungen ergattern, die ihm bislang versagt geblieben waren - Ruhm, das mit einem Lorbeerkranz geschmückte Standbild auf dem Marktplatz.

Dorothy Dunnett: Niccolòs Aufstieg, Kapitel 10, S. 182, Klett-Cotta, Stuttgart 2006

Condottiere wie Lionetto und Astorre waren Anführer von Söldnerheeren, wie sie seit dem 13. jahhundert in Italien üblich waren.
Italienische Stadtstaaten wie Venedig, Florenz und Genua waren durch ihren Orienthandel reich geworden, hatten aber nur schwache Streitkräfte und wurden so zum Angriffsziel fremder Mächte und neidischer Nachbarn. Der regierende Adel suchte seine Länder durch das Anmieten von Söldnertruppen zu verteidigen, die einen condotta (Sold bzw. Soldvertrag) abschlossen und dann als compagnia di ventura bekannt waren.
Die Truppen der Condottieri wechselten oft die Seiten für bessere Bezahlung, und dies nicht nur vor, sondern auch in der Schlacht.
Auf moderne Methoden der Kriegsführung stellten sich die Condottieri nur langsam ein. Sie hielten an geharnischten Rittern und mittelalterlicher Bewaffnung und Taktik sogar noch fest, als in weiten Teilen Europas bereits schon moderne Armeen mit Feuerwafffen ausgerüstet wurden.

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