Unbekannter deutscher Meister, Ritter der Rehlinger Familie, 1540, Staatliche Museen, Berlin



"...When, under the direction of a stalwart Venetian madam to whom he took an instant dislike, Jerott placed his childish burden tenderly on her bed, Joleta was still unconcious. Her skin was so fine, he saw, that the veins ran like Sicilian marble over her temples and jaw....."

Dorothy Dunnett:The Disordly Knights, Part III, The Double Cross, II, The Widdershins Wooing, (Midculter Castle, the Same Day)

Männer in Dosen

Zahlreiche Historienfilme vermitteln das Bild, Ritter seien immer und zu allen Zeiten in Vollrüstung, also in einem kompletten Panzer aus Metallplatten, unterwegs gewesen.

Die sogenannte Plattenrüstung, wie sie auf dem Bild zu sehen ist, kam erst gegen Ende des 14. Jahrhunderts auf. Davor war das Kettenhemd die Standardrüstung, die erst nach und nach durch Metallteile ergänzt wurde.

Auch die Geschichte, dass Ritter in voller Rüstung mit einem Flaschenzug auf das Pferd gesetzt werden mussten, gehört ins Reich der Märchen und Legenden. Das stimmt schon gar nicht für die Zeit als das Kettenhemd die Hauptrüstung war und auch nicht für die Vollplattenrüstung des 15. Jahrhunderts.
Eine schwere Turnierrüstung wiegt etwas mehr als 40 kg. Damals kamen die Ritter mit so einem Gewicht zurecht. Zwar brauchten sie eine Aufsteighilfe, meist ein Treppchen oder die Hilfe eines Knappen, aber sie kamen duchaus allein in den Sattel.

Und auch wenn er vom Pferd fiel, konnte ein Ritter wieder alleine aufstehen. Allerdings konnte er das nur sehr langsam und das war einer Schlacht sehr nachteilig. Denn in der Zeit in der er sich aufrichtete, konnte er sich auch nicht gut wehren und war für Fußtruppen eine leichte Beute.

Natürlich liefen Ritter auch nicht Tag und Nacht in einer scheppernden Rüstung herum. Niemandem wäre es eingefallen, in Rüstung an Festen teilzunehmen oder in Rüstung zu heiraten, wenn dazu kein Anlass bestand.


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